Markus Reinhard Ensemble

Mit dem Markus-Reinhardt-Ensemble fand erstmalig in unserem Treffpunkt ein vom Hürther Musikseminar, Helga und Hans-Josef Lang, gesponsertes Konzert statt.

 

Die Gruppe begeisterte die Mitglieder und Freunde der AWO mit seiner Zigeunermusik. Sie beeindruckte mit seiner Virtuosität und Lebensfreude.

 

Durch die von Hannelore Pantke-Reinhardt, Gleueler Ortsvorsteherin, ermöglichte Anwesenheit von Teresa Neger, der 86jährigen Großcousine von Markus Reinhardt, erhielt die Veranstaltung noch einen ganz persönlichen Charakter, was auch in der Musik zum Ausdruck kam.

 

Markus Reinhardt sprach auch die deutsche Geschichte seiner Familie während der Nazizeit an und berichtete von seinem Plan, im kommenden Jahr den Weg in einem Zigeunerwagen nach zu fahren, den seine Vorfahren, die das KZ überlebt hatten, von Auschwitz zurück nach Köln gegangen sind (genauere Infos dazu über den Link).

 

Interessant war auch zu erfahren, dass die Sinti und Roma auf keine schriftlichen Überlieferungen zurückgreifen können. Ihre Geschichte wird nur mündlich von den „Alten“ weitergegeben, die deshalb von ganz besonderer Wichtigkeit sind.

 

Zur Freude der Anwesenden war es ein rundum gelungener Auftritt.

Die Gruppe hat ihre musikalischen Wurzeln einerseits in der Musik des französischen Jazz- und Zigeunergitarristen Django Reinhardt, einem Großonkel von Markus, andererseits in der traditionellen osteuropäischen Zigeunermusik. Auf dem Hintergrund dieser Tradition hat das Ensemble eine eigenständige Musik entwickelt, die sich auch fremden Einflüssen öffnet und trotzdem ihre Identität bewahrt.

 

Zurzeit organisiert Markus Reinhardt eine Gedenkfahrt mit einem historischen Zigeunerwagen von Auschwitz nach Köln, um an die Verfolgung von Sinti und Roma während der NS-Zeit zu erinnern. In einem solchen Wagen hat seine Familie in Köln gelebt, bevor sie deportiert wurde.

 

Sechs Verwandte von Markus Reinhardt wurden im KZ Auschwitz von den Nazis ermordet. Sein Vater und andere Verwandte überlebten und gingen nach Kriegsende 1.100 Kilometer von Auschwitz zurück nach Köln. Diese Route will er nun gemeinsam mit seiner Familie und Freunden nachfahren.

 

Unterwegs sind Ausstellungen, Konzerte, Filme und Diskussionen geplant.

 

Markus Reinhardt und seine Familie leben seit Generationen in Deutschland. Den Begriff "Sinti und Roma" mögen sie nicht, sie bevorzugen das deutsche Wort "Zigeuner" oder kölsche Sinti.